Die Kurtaxe bleibt für viele Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung touristischer Angebote.
In der Sommersaison 2009 erhebt das Ostseebad Binz auf Rügen mit 2,60 Euro pro Übernachtungsgast und Tag landesweit den höchsten Tarif. "Das Geld stecken wir in Werbung, außerdem in Veranstaltungen, Sauberkeit und Sicherheit", erklärte Kurdirektor Horst Graf. Im vergangenen Jahr spülte die Kurtaxe den Angaben zufolge etwa 2,8 Millionen Euro in die Binzer Kasse. "Urlauber unter 18 Jahren sind ausgenommen", sagte Graf. Die Abgabe sei unerlässlich, um die Qualität des Kurbetriebs zu sichern. Der Bäderverband rechtfertigt die Gebührensätze ebenfalls: "Leistungen, die damit bezahlt werden, sind eine freiwillige Aufgabe der Kommunen". Im Gegensatz zu den meisten Ländern gebe es in Mecklenburg-Vorpommern keine vergleichbaren Zuschüsse aus dem Landesetat.
In den drei Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck auf Usedom will man auf die Kurtaxe ebenso wenig verzichten. "In der Hauptsaison zwischen dem 1. Mai und 30. September liegt der Satz für Vollzahler über 16 Jahren bei 2,30 Euro", berichtete Tourismus- Direktor Dietmar Gutsche. Das Gebührenniveau sei jedoch seit 2002 konstant geblieben. "In der Nebensaison wird nur die Hälfte gezahlt, Ermäßigungen gibt es für Schüler, Studenten, Rentner und Behinderte." Anders als in manchen Seebädern zB Kühlungsborn müssen an der polnischen Grenze auch Tagesgäste die Kurtaxe berappen: An Automaten oder bei Kontrolleuren am Strand ist ein Obolus von 2,50 Euro zu entrichten. Die Kaiserbäder erzielten so 2008 Gesamteinnahmen von rund 3,6 Millionen Euro.
Kostenlos ist die Ostseeluft auch nicht an den Stränden der nordwestmecklenburgischen Badeorte zu schnuppern. In Boltenhagen ziehen Hotels und Pensionen den "Übernachtungs-Kurbeitrag" von 2,10 Euro in der Hauptsaison laut Kurdirektor Dieter Dunkelmann direkt mit der Zimmerrechnung ein. "Die Taxe ist seit 1995 stabil, und Kinder bis zu 16 Jahren zahlen gar nichts." Weil viele Kurzzeitgäste aus Schwerin, Lübeck und Wismar anreisten, erhebe die Kommune zudem eine Tagesgebühr von 2,50 Euro. "Sonst würden wir von Spontan-Ausflüglern regelrecht überlaufen", schätzte Dunkelmann. Die 1,3 Millionen Euro an Kurtaxen-Einnahmen aus dem vergangenen Jahr seien unter anderem für Abfallentsorgung und Rettungsschwimmer ausgegeben worden. In Kühlungsborn kamen 2008 rund 2,2 Millionen Euro zusammen, dort schlägt der Strandbesuch im Sommer mit zwei Euro zu Buche.
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